Fortbildungsreihe „Lernen nachhaltig fördern“

Um eine erfolgreiche, integrative Beschulung aller Schülerinnen und Schüler unter besonderer Berücksichtigung von Kindern mit Entwicklungsrisiken in den Bereichen Schriftspracherwerb bzw. Deutsch und Mathematik sowie in kognitiven, sprachlichen und/oder emotional-sozialen Bereichen zu ermöglichen, wurde ein umfassendes Fortbildungskonzept, unter der Bezeichnung „Lernen nachhaltig fördern“, für den Grundschulbereich erarbeitet. Das Fortbildungsprogramm beinhaltet sämtliche, für die Umsetzung des hier vorgestellten präventiv-inklusiven Beschulungskonzeptes notwendigen, theoretischen Annahmen und Modelle, Methoden, Förder- und Therapieverfahren sowie Unterrichtsmaterialien.

 

Die Ziele des Fortbildungsprogramms sind

  • die Implementation wissenschaftlich evidenter Methoden und Lernmaterialien in den Deutsch- und Mathematikunterricht,
  • die Implementation eines Monitoring-Systems in Deutsch und Mathematik zur Dokumentation der Lernfortschritte der Kinder und zur Diagnostik von erhöhtem pädagogischem Förderbedarf bei nicht ausreichendem Lernerfolg,
  • die Implementation evidenzbasierter Fördermethoden für Kinder mit deutlichen Leistungsrückständen in Deutsch und Mathematik sowie sprachlichen und emotional-sozialen Entwicklungsauffälligkeiten in den Unterricht der Förderebene I sowie zugunsten der Arbeit auf der Förderebene II,
  • die Implementation von sonderpädagogischer Kleingruppenförderung oder Einzelfallhilfe (Förderebene III) zur Vermeidung von schwerwiegenden, lang anhaltenden Leistungsrückständen in Deutsch und Mathematik,
  • die Implementation von evidenzbasierten Trainings- und Therapieverfahren zur Prävention bzw. zum Abbau und Kompensation von hohem Förderbedarf in den Förderschwerpunkten Sprache, Lernen und emotionale-soziale Entwicklung und
  • die Implementation von zieldifferentem, gemeinsamem Unterricht von Kindern mit sonderpädagogischem und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf.

 

Es wurden spezielle Fortbildungsreihen konzipiert. Die Grundschullehrerinnen und Grundschullehrer und die Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen wurden gemeinsam in der Fortbildungsreihe 1, die Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen noch einmal extra in der Fortbildungsreihe 2 und die Schulleiterinnen und Schulleiter in der Fortbildungsreihe 3 beschult.

Das Fortbildungsprogramm lehnt sich an den Entstehungsprozess des Konzeptes zum RIM an und berücksichtigt daher spezifische Besonderheiten der teilnehmenden Pädagoginnen und Pädagogen, Vorwissen und Einstellungen und die zum jeweiligen Zeitpunkt vorliegenden Gegebenheiten zur Materialauswahl. Alle Fortbildungen pro Klassenstufe und Zielgruppe sind ausführlich in folgenden, derzeit noch nicht veröffentlichten Publikationen beschrieben:

  1. Mahlau, K., Diehl, K., Voß, S. & Hartke, B. (2011). Lernen nachhaltig fördern Klasse 1. Fortbildungseinheiten zur Gestaltung einer präventiven und integrativen Grundschule. Rostock: Universität Rostock.
  2. Mahlau, K., Diehl, K., Voß, S. & Hartke, B. (2012). Lernen nachhaltig fördern Klasse 2. Fortbildungseinheiten zur evidenzbasierten Gestaltung einer präventiven und integrativen Grundschule. Rostock: Universität Rostock.
  3. Mahlau, K., Diehl, K., Voß, S. & Hartke, B. (2013). Lernen nachhaltig fördern Klasse 3. Fortbildungseinheiten zur evidenzbasierten Gestaltung einer präventiven und integrativen Grundschule. Rostock: Universität Rostock.
  4. Blumenthal, Y., Mahlau, K. & Hartke, B. (2014). Lernen nachhaltig fördern Klasse 4. Fortbildungseinheiten zur evidenzbasierten Gestaltung einer präventiven und integrativen Grundschule. Rostock: Universität Rostock.

Für den Projektjahrgang gab es insgesamt 60 (+2 optionale) Fortbildungen in den vier Schuljahren (s. nachfolgende Tabelle). Es wurden insgesamt 546 Fortbildungsstunden erteilt.

Fortbildungsstunden in den Klassenstufen und bezogen auf Adressaten

Klasse 1 Klasse 2 Klasse 3 Klasse 4 Gesamt
FB 1: Grundschul- und Sonderpädagoginnen sowie -pädagogen 109 41 60 51 (+7 optional) 268
FB 2: Sonderpädagoginnen und -pädagogen 71 37,5 38 18 164,5
Sonderpädagoginnen und -pädagogen gesamt 180 78,5 98 76 432,5
FB 3: Schulleiterinnen und Schulleiter 56 7,5 32 18 113,5
Gesamt 236 86 130 87 546

Die Fortbildungskonzeption umfasste je nach Bereich in den vier Jahren zwischen 29 und 140 Fortbildungsstunden.

Fortbildungsstunden pro Lern- und Entwicklungsbereich in vier Schuljahren

Deutsch Mathematik Lernen esE Sprache Übergreifender Bereich
71,5 83 37 140 70 29

Nach der vollständigen Durchführung des sehr umfangreichen vierjährigen Fortbildungsprogrammes wurde dieses vom Team der wissenschaftlichen Begleitung und den Multiplikatoren gemeinsam inhaltlich und zeitlich überarbeitet. Dabei wurde auf eine Reduzierung zeitlich zu umfangreich berücksichtigter Anteile in den Originalfortbildungen geachtet, eine verbesserte Zeitstruktur zwischen den Bereichen und den Klassenstufen erarbeitet und ggf. zusätzliche inhaltliche Elemente berücksichtigt. Als zentral erwies es sich, die curriculare Inhalte vermittelnden Fortbildungen, v. a. in den Bereichen Deutsch und Mathematik, mit einem ausreichenden zeitlichen Vorlauf zur Umsetzung durchzuführen, damit die Pädagoginnen und Pädagogen genügend Zeit haben, sich differenzierter mit den z. T. unbekannten Materialien vertraut zu machen. Weiterhin ist es notwendig, den zeitlichen Schwerpunkt auf das Schuljahr vor Beginn der Arbeit nach dem RIM und auf die erste und zweite Klasse zu legen, da besonders viele und intensive Maßnahmen so früh wie möglich eingesetzt werden sollten (Prinzip der Prävention).

 

Die vier Fortbildungshandbücher zur Reihe „Lernen nachhaltig fördern“ sind aktuell in der Vorbereitung zur Veröffentlichung im Verlag Dr. Kovac und bald im Handel erhältlich:

Fragen zur Fortbildungsreihe können gerne an kathrin.mahlau(at)uni-rostock(dot)de gerichtet werden.